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Diagnose

Infektgetriggertes Asthma

Zwischen den Erkältungen ist alles gut – und bei jedem Infekt geht es wieder los. Das ist die häufigste Form im Kleinkind- und Vorschulalter, und sie hat eine vergleichsweise gute Aussicht.

Lumi hat Schnupfen und ein Taschentuch

Was dahintersteckt

Atemwegsinfekte sind im Kleinkindalter normal – acht bis zwölf pro Jahr sind keine Seltenheit. Bei manchen Kindern reagieren die Bronchien darauf besonders empfindlich: Die Schleimhaut schwillt an, es bildet sich Schleim, die Atemwege werden eng. Weil Kinderbronchien ohnehin dünn sind, macht schon eine geringe Schwellung einen großen Unterschied.

Ob man das „obstruktive Bronchitis" oder „infektgetriggertes Asthma" nennt, hängt vor allem davon ab, wie oft es vorkommt und wie es weitergeht. Die Grenze ist fließend, und für die Behandlung im Moment macht der Name wenig Unterschied. Für die Frage, ob eine Dauertherapie sinnvoll ist, macht er einen.

Woran Sie es merken

  • Die Beschwerden beginnen zwei bis drei Tage nach dem Schnupfen, nicht davor
  • Pfeifende oder brummende Atmung, Husten, manchmal schnelle Atmung
  • Zwischen den Infekten ist Ihr Kind beschwerdefrei und normal belastbar
  • Es kommt gehäuft im Herbst und Winter und kaum im Sommer
  • Ein bronchienerweiterndes Spray hilft spürbar

Wie wir es abklären

  1. Verlauf sammelnWie oft im letzten Jahr, wie lange, wie schwer, was hat geholfen? Das ist hier wichtiger als jede Messung.
  2. UntersuchungAbhören, Sauerstoffsättigung, Blick auf Wachstum und Gedeihen.
  3. Lungenfunktion, wenn das Alter es zulässtIm beschwerdefreien Intervall ist sie oft unauffällig – das spricht nicht gegen die Diagnose. Die Bodyplethysmographie gelingt schon früher als die Spirometrie, weil sie mit ruhiger Atmung auskommt.
  4. AllergietestUm die allergische Form abzugrenzen. Eine früh nachweisbare Allergie macht es wahrscheinlicher, dass die Beschwerden bleiben.
  5. Andere Ursachen ausschließenWenn etwas nicht ins Bild passt – Husten seit Geburt, schlechtes Gedeihen, immer dieselbe Stelle beim Abhören –, gehen wir dem gezielt nach.

Was hilft

Im Infekt

Ein bronchienerweiterndes Spray über eine Inhalierhilfe mit Maske, nach einem festen Plan. Wichtig ist die Technik: Sechs bis zehn ruhige Atemzüge pro Hub, nicht hektisch. Wir üben das mit Ihnen, bis es sitzt.

Über die Infektsaison

Bei häufigen oder schweren Episoden kann eine vorbeugende Behandlung über die Wintermonate sinnvoll sein. Ob das für Ihr Kind gilt, hängt von der Zahl und Schwere der Episoden ab – wir entscheiden das gemeinsam und überprüfen es im Frühjahr wieder.

Ein Plan auf Papier

Sie bekommen einen schriftlichen Aktionsplan: was Sie geben, wann Sie steigern, wann Sie anrufen und wann Sie in die Klinik fahren. Im Ernstfall nachts sucht niemand nach der richtigen Dosis.

Rauchfreie Wohnung

Das ist der wirksamste einzelne Punkt, den eine Familie selbst beeinflussen kann – deutlicher als jede Wohnungssanierung. Auch Rauchen auf dem Balkon hilft nur begrenzt; die Partikel hängen in Kleidung und Haaren.

Sofort in die Klinik

  • Blaue Lippen oder blasse, graue Haut
  • Das Kind kann keinen ganzen Satz mehr sprechen
  • Deutliches Einziehen zwischen den Rippen
  • Das Bedarfsspray wirkt nicht mehr oder nur ganz kurz

Im Zweifel: 112. Lieber einmal zu früh.

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Häufige Fragen

Ist das jetzt Asthma oder nicht?

Im Vorschulalter lässt sich das oft nicht sicher sagen – und man muss es auch nicht. Ein erheblicher Teil dieser Kinder hat mit dem Schulalter keine Beschwerden mehr. Wir behandeln, was da ist, und beobachten den Verlauf, statt früh ein Etikett zu vergeben.

Muss mein Kind jedes Mal vorgestellt werden?

Wenn Sie einen Aktionsplan haben und die Episode dem gewohnten Muster folgt, können Sie zu Hause anfangen. Vorstellen sollten Sie Ihr Kind, wenn es anders verläuft als sonst, wenn das Spray weniger wirkt oder wenn Sie unsicher sind.

Schadet das häufige Inhalieren?

Das Bedarfsspray ist gut verträglich; manche Kinder werden davon kurz zappelig oder bekommen leicht zitternde Hände. Wenn Sie es allerdings sehr oft brauchen, ist das ein Signal, dass die Grundbehandlung überprüft gehört – nicht, dass Sie es weglassen sollen.

Hilft eine Kur oder Meeresluft?

Salzhaltige Luft empfinden viele als angenehm, und ein Aufenthalt am Meer schadet sicher nicht. Auf den Verlauf des infektgetriggerten Asthmas hat er nach heutigem Kenntnisstand keinen messbaren Einfluss. Wir sagen Ihnen das lieber, als Ihnen etwas zu versprechen.

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Verantwortlich für diesen Inhalt
PVZ – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Großflecken 51–53, 24534 Neumünster. Ärztlich verantwortlich: Paul Wettzel, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

Stand: . Das Datum ändert sich, wenn sich der Text ändert – nicht bei jeder Umstellung an der Website. Diese Seite gibt allgemeine Informationen und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wenn Sie es genauer wissen möchten: Die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften sind frei zugänglich im Leitlinienregister der AWMF. Für Kinderlunge und Allergie sind die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie die zuständigen Fachgesellschaften.