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Asthma bei Kindern

Wenn die Luft immer wieder knapp wird

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Gut eingestellt können die allermeisten Kinder alles mitmachen – Sport, Klassenfahrt, Haustier. Der Weg dahin führt über eine saubere Abklärung und eine Therapie, die zum Alltag der Familie passt.

Anzeichen

Woran Sie denken sollten

Asthma sieht bei Kindern selten so aus wie im Lehrbuch. Häufiger sind es wiederkehrende Beschwerden, die man einzeln für harmlos hält – zusammen ergeben sie ein Muster.

Husten, der nicht aufhört

Trockener Husten über Wochen, besonders nachts oder in den frühen Morgenstunden – oft ohne Infekt und ohne Fieber.

Pfeifen und Brummen

Ein hörbares Pfeifen beim Ausatmen, manchmal nur beim Toben oder bei kalter Luft. Eltern beschreiben es oft als „Brummen in der Brust“.

Luftnot unter Belastung

Das Kind kann beim Sport nicht mithalten, muss stehen bleiben, hustet nach dem Rennen – und erklärt es selbst mit „ich bin halt unsportlich“.

Immer wieder Bronchitis

Mehrere obstruktive Bronchitiden pro Jahr, die jedes Mal ein Spray brauchen. Ab einer gewissen Zahl lohnt sich der genauere Blick.

Nächtliches Aufwachen

Das Kind wacht durch Husten oder Engegefühl auf. Schlechter Schlaf über Wochen wirkt sich auf Konzentration und Stimmung aus.

Allergie in der Familie

Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma bei Eltern oder Geschwistern erhöhen die Wahrscheinlichkeit – ein Grund, genauer hinzusehen.

Einordnung, nicht Diagnose

Diese Anzeichen sprechen nicht zwingend für Asthma – vieles davon kommt auch bei ganz anderen Ursachen vor, etwa bei einer verlegten Nase, bei Reflux oder schlicht bei einer Häufung von Infekten im Kindergartenalter. Umgekehrt schließt ihr Fehlen Asthma nicht aus. Ob es Asthma ist, lässt sich nur mit Untersuchung und Messung klären.

Abklärung

Wie wir vorgehen

In der Regel klärt sich in ein bis zwei Terminen, woran wir sind. Die Untersuchungen sind schmerzfrei; die Lungenfunktion empfinden viele Kinder eher als Spiel.

  1. GesprächWann treten die Beschwerden auf, wie oft, in welchem Zusammenhang? Ein Beschwerdetagebuch über zwei Wochen ist dabei oft aufschlussreicher als jede Momentaufnahme.
  2. Körperliche UntersuchungAbhören, Blick auf Nase, Haut und Wachstum – Asthma kommt selten allein.
  3. LungenfunktionBodyplethysmographie und FeNO-Messung, bei Bedarf mit Bronchospasmolysetest: Wir messen, ob sich eine Verengung durch ein Spray löst.
  4. AllergiediagnostikWeil hinter Asthma im Kindesalter sehr häufig eine Allergie steckt, gehört die Testung in der Regel dazu.
  5. EinordnungWir besprechen die Befunde und legen gemeinsam fest, ob und womit behandelt wird.

Mehr zur Lungenfunktion bei Kindern →

Behandlung

Womit behandelt wird

Ziel der Behandlung ist, dass Ihr Kind beschwerdefrei durch den Alltag kommt und die Lunge sich normal entwickelt. Welche Bausteine dafür nötig sind, hängt vom Schweregrad ab und wird regelmäßig überprüft.

Bedarfsmedikament

Ein rasch wirksames Spray für den Notfall. Wie oft es gebraucht wird, ist zugleich der wichtigste Gradmesser dafür, ob die Behandlung passt.

Dauertherapie

Bei häufigeren Beschwerden ein entzündungshemmendes Spray zur regelmäßigen Anwendung. Wir beginnen so niedrig wie möglich und prüfen bei jeder Kontrolle, ob sich reduzieren lässt.

Richtig inhalieren

Ein erheblicher Teil der Kinder inhaliert fehlerhaft – dann kommt nur ein Bruchteil des Wirkstoffs an. Wir üben mit Ihrem eigenen Gerät und prüfen die Technik bei jeder Kontrolle erneut.

Schriftlicher Notfallplan

Im Ampelschema: Was ist normal, wann müssen Sie reagieren, wann rufen Sie 112. Eine Kopie geht in Kita oder Schule.

Allergie mitbehandeln

Wenn eine Allergie beteiligt ist, gehört sie zur Behandlung dazu – von der Karenz bis zur Hyposensibilisierung, wo sie sinnvoll ist.

Verlaufskontrollen

Feste Termine, bei denen wir Beschwerden, Lungenfunktion und Inhalationstechnik überprüfen und die Therapie anpassen – nach oben wie nach unten.

Zu Hause

Was Sie selbst tun können

  • Auslöser kennen. Notieren Sie zwei Wochen lang, wann Beschwerden auftreten. Muster fallen im Nachhinein auf, im Moment selten.
  • Rauchfrei. Tabakrauch in der Wohnung oder im Auto verschlechtert Asthma bei Kindern nachweislich – auch der abgelagerte Rauch in Textilien.
  • Sport ja. Kinder mit gut eingestelltem Asthma sollen Sport treiben. Wenn Sport regelmäßig Beschwerden macht, ist das ein Zeichen, dass die Einstellung noch nicht passt – nicht, dass Sport schadet.
  • Infekte ernst nehmen. Erkältungen sind der häufigste Auslöser für eine Verschlechterung. Der Notfallplan sagt Ihnen, was dann zu tun ist.
  • Dauertherapie durchziehen. Sie wirkt vorbeugend, nicht im Moment der Atemnot – deshalb wird sie auch in beschwerdefreien Zeiten weitergegeben, bis wir gemeinsam etwas anderes vereinbaren.

Wann Sie sofort Hilfe holen

Wenn Ihr Kind schwer Luft bekommt, beim Sprechen nur noch einzelne Wörter schafft, die Lippen sich blau verfärben oder das Bedarfsspray nicht mehr wirkt: 112 rufen. Warten Sie damit nicht ab.

Alle Notfallnummern →

Häufige Fragen

Wächst sich Asthma aus?

Bei einem Teil der Kinder verlieren sich die Beschwerden im Lauf des Schulalters, bei anderen bleiben sie bestehen oder kommen im Erwachsenenalter zurück. Vorhersagen lässt sich das im Einzelfall nicht. Genau deshalb kontrollieren wir regelmäßig und passen die Therapie an, statt einmal einzustellen und es dabei zu belassen.

Ist Kortison zum Inhalieren schädlich?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Inhalatives Kortison wirkt örtlich in der Lunge; die Menge, die in den Körper gelangt, ist um ein Vielfaches geringer als bei Tabletten. Wir dosieren so niedrig wie möglich und prüfen bei jeder Kontrolle, ob sich reduzieren lässt. Unbehandelte, dauerhafte Entzündung in den Atemwegen ist das größere Risiko. Ihre Bedenken besprechen wir gern ausführlich im Termin.

Braucht mein Kind eine Überweisung?

Für gesetzlich versicherte Kinder ist eine Überweisung sinnvoll, aber keine Voraussetzung für einen Termin. Privatversicherte und Selbstzahler melden sich direkt an.

Darf mein Kind mit Asthma ein Haustier haben?

Das hängt davon ab, ob eine Tierhaarallergie vorliegt und wie ausgeprägt sie ist. Pauschal lässt sich das nicht beantworten – wir klären es mit der Allergietestung und besprechen dann, was für Ihre Familie tragbar ist.

Was ist ein Asthma-Aktionsplan?

Ein einseitiges Blatt im Ampelschema: grün heißt Alltag, gelb heißt Verschlechterung mit klaren Anweisungen, rot heißt Notfall. Sie bekommen ihn auf Ihr Kind zugeschnitten, mit den konkreten Präparaten und Dosierungen. Eine Kopie gehört in Kita oder Schule.

Wie oft muss mein Kind zur Kontrolle?

Das richtet sich nach Schweregrad und Stabilität. In der Einstellungsphase sehen wir uns häufiger, später meist in größeren Abständen. Die Termine legen wir gemeinsam fest.

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Über die Online-Rezeption rund um die Uhr – auch für Rezepte und Bescheinigungen, ohne App und ohne Registrierung. Oder rufen Sie uns einfach an.

Verantwortlich für diesen Inhalt
PVZ – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Großflecken 51–53, 24534 Neumünster. Ärztlich verantwortlich: Paul Wettzel, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

Stand: . Das Datum ändert sich, wenn sich der Text ändert – nicht bei jeder Umstellung an der Website. Diese Seite gibt allgemeine Informationen und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wenn Sie es genauer wissen möchten: Die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften sind frei zugänglich im Leitlinienregister der AWMF. Für Kinderlunge und Allergie sind die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie die zuständigen Fachgesellschaften.