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Diagnose

Belastungsasthma

Nicht beim Laufen, sondern danach. Wenn Ihr Kind fünf bis zehn Minuten nach dem Sport hustet oder keine Luft bekommt, steckt dahinter oft mehr als fehlende Kondition – und es ist gut behandelbar.

Lumi läuft auf dem Laufband

Was dahintersteckt

Beim Sport atmet man mehr, schneller und durch den Mund. Die Luft kommt dadurch kühler und trockener in den Bronchien an, als es die Nase sonst zulässt. Bei empfindlichen Atemwegen reicht das, um eine Verengung auszulösen – typischerweise erst kurz nach der Belastung, wenn sich die Schleimhaut wieder erwärmt.

Genau deshalb wird es so oft übersehen: Während des Sports geht es meist noch, das Problem beginnt in der Umkleide. Kinder erklären es sich dann selbst mit „ich bin halt unsportlich" – und melden sich vom Sportunterricht ab.

Belastungsasthma kann für sich allein bestehen. Häufiger ist es ein Hinweis darauf, dass ein Asthma insgesamt noch nicht gut eingestellt ist.

Woran Sie es merken

  • Husten, Pfeifen oder Luftnot nach der Belastung, meist innerhalb von fünf bis fünfzehn Minuten
  • Bei kalter, trockener Luft schlimmer – Ausdauersport im Winter ist der klassische Auslöser
  • Das Kind bleibt beim Laufen stehen, während andere weitermachen
  • Nach zwanzig bis dreißig Minuten Ruhe ist es von selbst wieder vorbei
  • Manche Kinder vermeiden Sport, ohne je darüber gesprochen zu haben

Was es sonst sein kann

Nicht jede Luftnot beim Sport ist Asthma. Wir denken immer auch an eine schlicht ungenügende Kondition, an eine Verengung im Kehlkopfbereich unter Belastung – die sich ganz anders anfühlt und anders behandelt wird – und an Ursachen, die vom Herzen ausgehen. Genau deshalb messen wir unter Belastung und nicht nur in Ruhe.

Wie wir es abklären

  1. GesprächWann genau setzen die Beschwerden ein – während oder nach der Belastung? Bei welcher Sportart, bei welchem Wetter? Wie lange dauert es an?
  2. Lungenfunktion in RuheBodyplethysmographie und FeNO. Ist sie unauffällig, schließt das ein Belastungsasthma nicht aus – das ist der Normalfall.
  3. Messung unter BelastungBei der Spiroergometrie messen wir Atmung und Kreislauf, während die Belastung auf Fahrrad oder Laufband stufenweise steigt. Danach wird die Lungenfunktion wiederholt.
  4. EinordnungFällt die Lungenfunktion nach der Belastung deutlich ab, ist die Sache klar. Bleibt sie stabil, suchen wir gezielt weiter.
  5. Therapie und KontrolleEin Plan für den Sportalltag – und ein Kontrolltermin, bei dem wir prüfen, ob er im echten Training funktioniert.

Mehr zur Spiroergometrie und Leistungsdiagnostik →

Was hilft

Richtig aufwärmen

Ein Aufwärmen mit kurzen, zunehmend intensiven Belastungen über zehn bis fünfzehn Minuten macht die Bronchien für etwa zwei Stunden unempfindlicher. Das ist keine Alternative zum Spray, aber es ist wirksam, kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

Vorher inhalieren

Ein bronchienerweiterndes Spray, etwa eine Viertelstunde vor dem Sport, verhindert die Verengung bei den meisten Kindern zuverlässig. Der Sportlehrer sollte davon wissen und das Kind muss das Spray dabeihaben dürfen.

Die Grundbehandlung überprüfen

Wenn ein Kind das Spray vor jeder Sportstunde braucht, ist das Asthma nicht gut eingestellt. Dann setzt die Behandlung nicht beim Sport an, sondern bei der Dauertherapie.

Nase statt Mund, Schal im Winter

Durch die Nase geatmete Luft ist wärmer und feuchter. Ein Tuch vor Mund und Nase bei Kälte hat denselben Effekt – unelegant, aber es hilft.

Weiter Sport machen

Das ist der wichtigste Punkt. Kinder mit Belastungsasthma sollen sich bewegen; bessere Kondition bedeutet weniger Beschwerden bei gleicher Leistung. Eine Befreiung vom Sportunterricht ist fast nie die richtige Antwort.

Für den Termin

  • Sportzeug und feste Schuhe ab dem Schulalter
  • Kurzwirksame Sprays vorher pausieren – wie lange, sagen wir bei der Terminvergabe
  • Keine große Mahlzeit direkt davor
  • Notiz: welche Sportart, welche Beschwerden, wie lange

Für die Schule

Wir stellen eine Bescheinigung aus, die dem Sportlehrer erklärt, was zu tun ist – und die ausdrücklich zur Teilnahme rät statt zur Befreiung.

Häufige Fragen

Kann mein Kind Leistungssport machen?

In aller Regel ja. Unter den Medaillengewinnern olympischer Ausdauersportarten sind Asthmatiker sogar überdurchschnittlich häufig vertreten. Voraussetzung ist eine saubere Einstellung und ein Trainer, der Bescheid weiß.

Warum kommt es erst nach dem Sport?

Weil die Verengung durch das Wiedererwärmen und Wiederbefeuchten der Schleimhaut ausgelöst wird – und das passiert, wenn die Belastung endet. Während des Laufens wirken zudem körpereigene Botenstoffe, die die Bronchien weit halten.

Schwimmen ist besser als Laufen – stimmt das?

Für viele Kinder ja: Die Luft über dem Wasser ist warm und feucht, das ist der schonendste Reiz. Chlorhaltige Hallenluft kann bei einzelnen Kindern allerdings selbst Beschwerden auslösen. Beobachten Sie, was Ihrem Kind bekommt.

Ist das Spray vor dem Sport Doping?

Inhalierte Bronchienerweiterer sind im Breitensport unproblematisch. Im organisierten Wettkampfsport gibt es Höchstmengen und Meldepflichten – wenn Ihr Kind auf diesem Niveau startet, sprechen Sie uns darauf an, bevor es zum Thema wird.

Online-Termin buchen

Freie Zeiten sehen und selbst wählen – rund um die Uhr, ohne Konto und ohne App. Rezepte und Bescheinigungen laufen über die App oder die Online-Rezeption.

Verantwortlich für diesen Inhalt
PVZ – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Großflecken 51–53, 24534 Neumünster. Ärztlich verantwortlich: Paul Wettzel, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

Stand: . Das Datum ändert sich, wenn sich der Text ändert – nicht bei jeder Umstellung an der Website. Diese Seite gibt allgemeine Informationen und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wenn Sie es genauer wissen möchten: Die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften sind frei zugänglich im Leitlinienregister der AWMF. Für Kinderlunge und Allergie sind die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie die zuständigen Fachgesellschaften.