Was dahintersteckt
Beim Sport atmet man mehr, schneller und durch den Mund. Die Luft kommt dadurch kühler und trockener in den Bronchien an, als es die Nase sonst zulässt. Bei empfindlichen Atemwegen reicht das, um eine Verengung auszulösen – typischerweise erst kurz nach der Belastung, wenn sich die Schleimhaut wieder erwärmt.
Genau deshalb wird es so oft übersehen: Während des Sports geht es meist noch, das Problem beginnt in der Umkleide. Kinder erklären es sich dann selbst mit „ich bin halt unsportlich" – und melden sich vom Sportunterricht ab.
Belastungsasthma kann für sich allein bestehen. Häufiger ist es ein Hinweis darauf, dass ein Asthma insgesamt noch nicht gut eingestellt ist.
Woran Sie es merken
- Husten, Pfeifen oder Luftnot nach der Belastung, meist innerhalb von fünf bis fünfzehn Minuten
- Bei kalter, trockener Luft schlimmer – Ausdauersport im Winter ist der klassische Auslöser
- Das Kind bleibt beim Laufen stehen, während andere weitermachen
- Nach zwanzig bis dreißig Minuten Ruhe ist es von selbst wieder vorbei
- Manche Kinder vermeiden Sport, ohne je darüber gesprochen zu haben
Was es sonst sein kann
Nicht jede Luftnot beim Sport ist Asthma. Wir denken immer auch an eine schlicht ungenügende Kondition, an eine Verengung im Kehlkopfbereich unter Belastung – die sich ganz anders anfühlt und anders behandelt wird – und an Ursachen, die vom Herzen ausgehen. Genau deshalb messen wir unter Belastung und nicht nur in Ruhe.
Wie wir es abklären
- GesprächWann genau setzen die Beschwerden ein – während oder nach der Belastung? Bei welcher Sportart, bei welchem Wetter? Wie lange dauert es an?
- Lungenfunktion in RuheBodyplethysmographie und FeNO. Ist sie unauffällig, schließt das ein Belastungsasthma nicht aus – das ist der Normalfall.
- Messung unter BelastungBei der Spiroergometrie messen wir Atmung und Kreislauf, während die Belastung auf Fahrrad oder Laufband stufenweise steigt. Danach wird die Lungenfunktion wiederholt.
- EinordnungFällt die Lungenfunktion nach der Belastung deutlich ab, ist die Sache klar. Bleibt sie stabil, suchen wir gezielt weiter.
- Therapie und KontrolleEin Plan für den Sportalltag – und ein Kontrolltermin, bei dem wir prüfen, ob er im echten Training funktioniert.
Mehr zur Spiroergometrie und Leistungsdiagnostik →
Was hilft
Richtig aufwärmen
Ein Aufwärmen mit kurzen, zunehmend intensiven Belastungen über zehn bis fünfzehn Minuten macht die Bronchien für etwa zwei Stunden unempfindlicher. Das ist keine Alternative zum Spray, aber es ist wirksam, kostenlos und ohne Nebenwirkungen.
Vorher inhalieren
Ein bronchienerweiterndes Spray, etwa eine Viertelstunde vor dem Sport, verhindert die Verengung bei den meisten Kindern zuverlässig. Der Sportlehrer sollte davon wissen und das Kind muss das Spray dabeihaben dürfen.
Die Grundbehandlung überprüfen
Wenn ein Kind das Spray vor jeder Sportstunde braucht, ist das Asthma nicht gut eingestellt. Dann setzt die Behandlung nicht beim Sport an, sondern bei der Dauertherapie.
Nase statt Mund, Schal im Winter
Durch die Nase geatmete Luft ist wärmer und feuchter. Ein Tuch vor Mund und Nase bei Kälte hat denselben Effekt – unelegant, aber es hilft.
Weiter Sport machen
Das ist der wichtigste Punkt. Kinder mit Belastungsasthma sollen sich bewegen; bessere Kondition bedeutet weniger Beschwerden bei gleicher Leistung. Eine Befreiung vom Sportunterricht ist fast nie die richtige Antwort.