Was dahintersteckt
Hasel, Erle und Birke gehören botanisch zusammen, und ihre Pollen ähneln sich so stark, dass das Immunsystem sie kaum unterscheidet. Wer auf Birke reagiert, hat deshalb meist auch bei Hasel und Erle Beschwerden – und damit eine Saison, die sich über Monate zieht.
Die Zeiten in Norddeutschland, grob:
- Hasel und Erle: Januar bis März, in milden Wintern schon im Dezember
- Birke: Ende März bis Mai, mit einer kurzen, sehr intensiven Hauptblüte
- Esche, Buche, Eiche: April und Mai, meist milder
Die Birke gilt als der stärkste Pollenauslöser überhaupt in Mitteleuropa. Ihre Hauptblüte dauert oft nur zwei bis drei Wochen – in denen es Kindern dafür richtig schlecht gehen kann.
Woran Sie es merken
- „Erkältung" im Februar oder März, die niemanden sonst in der Familie ansteckt
- Juckende Augen und Niesanfälle, aber kein Fieber und kein Halsweh
- Beschwerden bei trockenem, windigem Wetter, besser nach Regen
- Es beginnt Jahr für Jahr in derselben Woche
- Bei manchen Kindern zusätzlich ein Kribbeln oder Pelzigsein im Mund beim Essen von rohem Apfel, Nuss, Karotte oder Steinobst
Das Kribbeln im Mund
Dahinter steckt eine Kreuzreaktion: Manche Eiweiße in rohem Obst ähneln denen der Birkenpolle so sehr, dass das Immunsystem sie verwechselt. Typisch ist, dass die Beschwerden auf Mund und Rachen beschränkt bleiben, in der Pollenzeit stärker sind und beim gekochten oder gebackenen Obst verschwinden – Apfelmus und Apfelkuchen werden meist gut vertragen.
Meist ist das harmlos. Wenn Ihr Kind darüber hinaus reagiert – Quaddeln, Schwellung, Atemnot, Kreislaufbeschwerden – ist das etwas anderes und gehört umgehend abgeklärt. Sagen Sie uns in jedem Fall Bescheid, was Sie beobachtet haben.
Wie wir es abklären
- Gespräch und KalenderIn welchen Wochen? Der frühe Beginn ist der wichtigste Hinweis – Gräser fliegen dann noch nicht.
- PricktestKleine Tropfen auf dem Unterarm, nach fünfzehn Minuten ablesbar.
- BlutuntersuchungSpezifisches IgE. Die molekulare Diagnostik unterscheidet die echte Birkenallergie von einer reinen Kreuzreaktion – und nur die erste spricht auf eine Hyposensibilisierung an.
- LungenfunktionWenn Husten oder Luftnot dazukommen.
- Plan für die SaisonWas ab wann genommen wird – und ob eine Hyposensibilisierung in Frage kommt.
Was hilft
In der Saison
- Abends Haare waschen, Straßenkleidung aus dem Schlafzimmer halten
- Pollenschutzgitter am Fenster, Wäsche drinnen trocknen
- Beim Autofahren Fenster zu, Pollenfilter erneuern lassen
- Den Pollenflug im Blick behalten und die Medikamente ein paar Tage vor dem erwarteten Beginn ansetzen
Medikamente
Antihistaminika, Augentropfen und bei verstopfter Nase ein Kortison-Nasenspray. Weil die Birkensaison kurz und heftig ist, lohnt es sich besonders, rechtzeitig anzufangen statt zu reagieren.
Hyposensibilisierung
Für Birkenpollen verfügbar und gut untersucht, Beginn üblicherweise im Herbst nach der Saison, Dauer drei Jahre. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind, ob die Bronchien mitreagieren und was die molekulare Diagnostik zeigt.