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Diagnose

Hausstaubmilben­allergie

Die einzige der drei häufigen Allergien, die das ganze Jahr über da ist. Sie fällt deshalb spät auf – ein Kind, das jeden Morgen mit verstopfter Nase aufwacht, gilt schnell als „halt immer erkältet“.

Lumi schläft

Was dahintersteckt

Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die es in jeder Wohnung gibt – auch in sehr sauberen. Sie ernähren sich von Hautschuppen und brauchen Wärme und Feuchtigkeit; deshalb leben sie vor allem in Matratze, Bettzeug und Kuscheltieren. Die Allergie richtet sich nicht gegen die Milbe selbst, sondern gegen Eiweiße in ihrem Kot, der als feiner Staub eingeatmet wird.

Weil das Kind acht bis zehn Stunden mit dem Gesicht direkt in dieser Quelle liegt, sind die Beschwerden am Morgen am stärksten. Im Lauf des Vormittags wird es besser – was viele Eltern zunächst nicht mit einer Allergie in Verbindung bringen.

Woran Sie es merken

  • Verstopfte Nase beim Aufwachen, Niesanfälle am Morgen
  • Das Kind atmet nachts durch den Mund, schnarcht, schläft unruhig
  • Trockener Husten im Liegen, oft in der ersten Nachthälfte
  • Beschwerden das ganze Jahr, im Winter eher stärker – geheizte, geschlossene Räume
  • Schlimmer beim Bettenmachen, Staubsaugen oder nach dem Toben auf dem Teppich
  • Im Urlaub am Meer oder im Hochgebirge deutlich besser

Bei Kindern gilt die Milbenallergie als wichtigster Wegbereiter für allergisches Asthma. Das ist der Grund, warum wir sie ernst nehmen, auch wenn „nur" die Nase betroffen scheint.

Wie wir es abklären

  1. GesprächWann sind die Beschwerden am stärksten? Wie schläft Ihr Kind? Wie ist das Schlafzimmer eingerichtet – Hochbett, Teppich, viele Kuscheltiere?
  2. PricktestKleine Tropfen auf dem Unterarm, ein winziger Piks je Tropfen. Nach fünfzehn Minuten ist das Ergebnis ablesbar.
  3. BlutuntersuchungSpezifisches IgE. Die molekulare Diagnostik zeigt zusätzlich, gegen welche Eiweiße der Milbe sich die Allergie richtet – davon hängt ab, ob eine Hyposensibilisierung aussichtsreich ist.
  4. LungenfunktionWeil wir wissen wollen, ob die Bronchien schon mitreagieren – auch dann, wenn Ihr Kind nicht über Luftnot klagt.
  5. EinordnungEin positiver Test allein ist noch keine Allergie. Erst wenn Testergebnis und Beschwerden zusammenpassen, behandeln wir.

Was hilft

Encasing – der eine Punkt mit belegtem Nutzen

Milbendichte Überzüge für Matratze, Kissen und Decke. Sie trennen das Kind von der größten Allergenquelle und sind der wirksamste Einzelschritt im Haushalt. Die Kosten übernehmen viele Krankenkassen bei nachgewiesener Allergie – wir stellen die Bescheinigung aus.

Was zusätzlich sinnvoll ist

  • Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen bei 60 Grad waschen
  • Das Lieblingskuscheltier regelmäßig waschen oder für 24 Stunden ins Gefrierfach
  • Kühl schlafen, gut lüften, Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent halten
  • Kein Hochbett – in Bodennähe ist die Belastung geringer als oben ist ein Irrtum; entscheidend ist die Matratze darunter

Wovon wir abraten

Von der kompletten Wohnungssanierung. Teppich herausreißen, alle Vorhänge entfernen, Luftreiniger anschaffen – das kostet viel und ändert nachweislich wenig, solange das Bett nicht behandelt ist. Wir sagen Ihnen lieber, was Sie sich sparen können.

Medikamente

Antihistaminika für akute Beschwerden, ein Nasenspray mit Kortison bei anhaltender Verstopfung. Beides behandelt die Symptome, nicht die Ursache.

Hyposensibilisierung

Bei der Hausstaubmilbe ist sie besonders gut untersucht und kann ganzjährig begonnen werden – anders als bei Pollen ist man nicht an eine Jahreszeit gebunden. Sie läuft über drei Jahre, als Tablette unter der Zunge oder als Spritze.

Wie die Hyposensibilisierung abläuft →

Vor dem Allergietest

  • Antihistaminika einige Tage vorher pausieren – Rücksprache mit uns
  • Auf dem Testarm keine kortisonhaltige Creme
  • Allergiepass mitbringen, falls vorhanden

Zum Herunterladen

Häufige Fragen

Hilft häufigeres Putzen?

Weniger, als man hofft. Milben sitzen tief in der Matratze, wo kein Staubsauger hinkommt. Staubsaugen wirbelt sogar kurzfristig Allergene auf – Ihr Kind sollte dabei nicht im Raum sein. Der Hebel liegt beim Bett, nicht beim Boden.

Müssen alle Kuscheltiere weg?

Nein. Ein Lieblingskuscheltier gehört zum Kind und ist mehr wert als der kleine Effekt seiner Entfernung. Waschen Sie es regelmäßig oder legen Sie es über Nacht ins Gefrierfach – das genügt. Reduzieren würden wir nur eine große Sammlung im Bett.

Wächst sich das aus?

Die Milbenallergie bleibt meist bestehen, wenn sie einmal da ist – anders als manche Nahrungsmittelallergie im Kleinkindalter. Genau deshalb ist sie ein guter Kandidat für eine Hyposensibilisierung: Die Behandlung dauert drei Jahre, die Allergie sonst ein Leben lang.

Ist eine Allergie im Bett gefährlich?

Gefährlich nicht. Aber eine dauerhaft entzündete Nasenschleimhaut bedeutet schlechten Schlaf, und schlechter Schlaf bedeutet Konzentrationsprobleme in der Schule. Dazu kommt das Risiko, dass die Beschwerden mit der Zeit in die Bronchien wandern. Beides sind gute Gründe, etwas zu tun.

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Freie Zeiten sehen und selbst wählen – rund um die Uhr, ohne Konto und ohne App. Rezepte und Bescheinigungen laufen über die App oder die Online-Rezeption.

Verantwortlich für diesen Inhalt
PVZ – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Großflecken 51–53, 24534 Neumünster. Ärztlich verantwortlich: Paul Wettzel, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

Stand: . Das Datum ändert sich, wenn sich der Text ändert – nicht bei jeder Umstellung an der Website. Diese Seite gibt allgemeine Informationen und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wenn Sie es genauer wissen möchten: Die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften sind frei zugänglich im Leitlinienregister der AWMF. Für Kinderlunge und Allergie sind die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie die zuständigen Fachgesellschaften.